Etymologie des Arlbergs
Wie sich auch die frühe Bezeichnung „vallis taberna”, für die Region des Oberen Stanzertals, bis ins hohe und späte Mittelalter nachweisen lässt, so kann auch der Name Arl-Berg in unterschiedlichen Schreibweisen (Arle, Arlen, Montem Arili, Mons Arula, Arlenperge) seit spätestens 1218 als nachgewiesen gelten, wo ein Wald der sich bis zum Arl erstreckte erstmals urkundliche Erwähnung fand.
Die Etymologie sieht den Ursprung des Namens aus einer älteren Bezeichnung für die Latschenkiefer (lat.: Pinus mugo subsp. Mugo; beziehungsweise „Zunterna” oder „Zuntern” im Tiroler Dialekt) nämlich „Arle” entstammend. Verschiedene Quellen weisen jedoch darauf hin, dass „sachliche wie auch formelle Gesichtspunkte” auf eine andere „Namensgebung in einer älteren Sprache” hinweisen.
In der Sprache der Walser, die von den Grafen von Monfort im 14.Jahrhundert das Lehen für noch unbewohnte Gebiete des heutigen Voralbergs (Tannberg, Kleinwalsertal und Großwalsertal) erhielten, bedeutete das Wort „Berg”, bis zum Untergang ihrer Sprache im 19.Jahrhundert, einen Passübergang und das angrenzende Gebiet zu beiden Seiten.
Die rauen und lebensbedrohlichen Bergkämme wurden bis zum Ende des 18.Jahrhunderts – und dem Aufkommen naturwissenschaftlichen Interesses und eines romantischen Naturverständnisses – nur in Ausnahmefällen bestiegen. Vor allem waren Gebirge Hindernisse die es möglichst rasch und einfach zu über- oder umgehen galt.
„Über, durch oder in die Berge zu gehen” bezog sich bis dahin also immer auf die effizienteste Passage - den Pass.
Bei der Bezeichnung Arlberg-Pass handelt es sich mithin um einen Pleonasmus, bezeichnen doch beide Begriffe die jeweils einfachste Passage über das Massiv. Wie eine Quelle hinweist kommen „semantische Verdoppelungen wie hier mit „Berg-Pass”, an allen Sprachgrenzen vor und sind Ausdruck friedlicher Koexistenz von Sprachgruppen.”







